
Margush
Vor etwa viertausend Jahren blühte im alten Delta des Flusses Murgab eine landwirtschaftliche Zivilisation auf, die zahlreiche Spuren einer hohen Kultur hinterließ. Der Archäologe, Gründer und langjährige Leiter der Margiana-Expedition, Akademiker Viktor Iwanowitsch Sarianidi, widmete viele Jahre der Suche nach der Hauptstadt dieser Zivilisation. Es gab eine Hauptstadt, die heute Gonur-Depe genannt wird, mit ihrem Palast und mehreren Tempeln, die mit den Gebäuden von Assyrien und Babylon konkurrieren konnten. Gonur-Depe ist die Hauptstadt-Tempelstadt des Landes Margush. Archäologen haben überzeugende Fakten über spirituelle Rituale und Traditionen entdeckt, die beweisen, dass die Menschen von Gonur dem zoroastrischen Glauben folgten. Im Zentrum der Siedlung befand sich ein Palast mit vielen großen Zeremoniensälen, umgeben von mächtigen, dicken Mauern und mehreren quadratischen Türmen. Außerhalb der Mauern, auf der Südseite, befand sich ein Becken von 180 mal 80 m und einer Tiefe von 2 m. Auf der Nord- und Westseite des Tempelkomplexes gab es zwei weitere Becken, aber kleinere. Sie wurden symbolisch errichtet und nicht zu Verteidigungszwecken. Archäologen haben Fragmente der Fassadenteile von Gebäuden gefunden, die darauf hinweisen, dass Steinmosaiken zur Dekoration der Wände verwendet wurden. Aber die Technik der Gonur-Meister ist einzigartig, da zunächst das Bild an der Wand mit Farben gemalt und erst dann mit Steinen verziert wurde. Nirgendwo sonst auf der Welt wurde eine ähnliche Mosaik-Verlegetechnologie gefunden. Auf dem Territorium von Gonur-Depe wurden auch zahlreiche Töpferwerkstätten gefunden, was darauf hinweist, dass solche Produkte zu dieser Zeit sehr gefragt waren. Einer der interessantesten Funde sind die unterirdischen Grabkammern, die auf der Ostseite des großen Beckens gefunden wurden. Alles deutete darauf hin, dass dies die Begräbnisstätten der lokalen Elite jener Zeit waren. Insgesamt haben Archäologen 5 Gräber-Krypten ausgegraben, von denen jede wie ein vollwertiges Mehrfamilienhaus aussah. Die Überreste mehrerer Personen ruhten gleichzeitig in zwei Gräbern. Höchstwahrscheinlich gehörten die Körper zu Dienern, die nach alten Bräuchen ihren Herrn in die andere Welt begleiten sollten. Auch nach Tradition wurde das Grab mit wertvollen Dingen gefüllt, die einst dem Verstorbenen gehörten. Nicht weit von den Gräbern wurde eine Grube von 2,5 m Tiefe und 5 m Durchmesser gefunden, ebenfalls mit Bestattungen. Dieser Ort erwies sich als ungeplündert und Archäologen konnten viele interessante Objekte und Überreste von antiken Menschen und Tieren daraus extrahieren. Neben einer großen Grube wurden kleinere Bestattungen gefunden sowie einige erstaunliche Dinge, für die Wissenschaftler noch keine genaue Erklärung geben können. Zum Beispiel fanden sie in einem der Gräber neben Keramikgeschirr mehrere Steine, die zu glatten, gleichmäßigen Kugeln verarbeitet wurden, und nicht weit davon ein paar weitere Steine, die in der Form Pistazien ähneln. Wofür diese Gegenstände hergestellt wurden und welche Rolle sie spielten, ist noch unbekannt. Die Nekropole von Gonur-Depe bewahrt bis heute viele Geheimnisse, die Historiker, Archäologen und Wissenschaftler entschlüsseln müssen. Dieser Ort ist eine der wichtigen touristischen Stätten Turkmenistans, wo jedes Jahr Tausende von Touristen aus der ganzen Welt kommen. Beim Besuch dieses erstaunlichen und geheimnisvollen Gebäudes können Sie die Geheimnisse der fernen Vorfahren der Turkmenen berühren, die in alten Zeiten talentierte Bildhauer, Baumeister und Juweliere waren.
April-Juni, September-Oktober
Ganzer Tag
Highlights
Reisetipps
- •Tragen Sie bequeme Wanderschuhe – das Gelände ist weitläufig und uneben
- •Bringen Sie viel Wasser und Sonnenschutz mit – es gibt nur wenig Schatten
- •Mieten Sie einen lokalen Guide, um die historische Bedeutung vollständig zu verstehen